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Blog

Inhabitable Infrastructures - Vanlife & Drive-in-housing

In den 1960er Jahren entwarfen Michael Webb/Archigram mit Projekten wie dem Suitaloon und dem Drive-in-House eine Architektur, die sich vom statischen Objekt löst. Statt gebauter Form interessiert sie das Verhältnis von Körper, Mobilität und Infrastruktur. Als präzise Spekulationen wirken die Entwürfe erstaunlich gegenwärtig. Gerade Phänomene wie Vanlife oder digitales Nomadentum radikalisieren die Perspektive: Sie stehen für Individualisierung und permanente Mobilität, zugleich aber für ein neues, hochgradig abhängiges Verhältnis der Mikro-Architektur von einer unsichtbaren Infrastruktur. Keller Easterling macht mit ihrer Theorie deutlich, dass diese Infrastruktur die eigentliche operative Ebene bildet. Das infrastrukturelle Backbone wird selbst zum Raum – ein programmierter Träger von Energie-, Daten- und sozialen Strömen. Die Konsequenz für eine Neuauflage des Drive-in-House in unserer Zeit ist klar: Das Auto wird zur bewohnbaren Einheit (Schlafen, Arbeiten, Mediennutzung) und die Infrastruktur zur verteilten Wohnumgebung. Bei den »Inhabitable Infrastructures« liegt der Fokus auf dem Zusammenspiel von Hardware, Software und architektonischer Organisation als ökologisch und systemisch gedachtes Gefüge. Die radikale Pointe lautet: Infrastruktur ist Habitat. Sie strukturiert nicht nur Bewegungen, sondern ist direkt bewohnbarer Raum.
27.03.2026

Shelter in Collapse

Die Environment Bubble der 1960er Jahre, einst als techno-utopische Komfortzone gedacht, kehrt heute in radikal veränderter Form zurück. Was Reyner Banham als architektonische Vision entwarf, wird im 21. Jahrhundert zu einer allgegenwärtigen Lebensbedingung. In Zeiten prekärer Ökologien ist die Umweltblase nicht mehr nur physischer Schutz, sondern ein hybrides Gefüge aus digitalen, sozialen und ökologischen Parametern. Sechzig Jahre später lässt sich Banhams Idee als diagrammatisches Gedankenexperiment neu lesen: Die Blase verschmilzt zu einem vielschichtigen, dreidimensionalen System adaptiver Räume, immersiver Habitate und modellierter Ressourcenkreisläufe. Durch Codes, Übersetzungen und Transformationen wird sie von einem historischen Entwurf in eine zeitgenössische Perspektive überführt, in der Regeln, Softwarearchitekturen und konzeptionelle Modelle die Dynamik zwischen Mensch, Technik und Umwelt sichtbar machen. Die Environmental Bubble des 21. Jahrhunderts ist kein Ort der Souveränität mehr, sondern ein offenes, interdependentes System – ein Ort der Aushandlung zwischen Mensch, Technik und Planet.
16.03.2026

Exkursion Sizilien _ Programm

Exkursion Sizilien vom 07.04-13.04. Programm und relevante Infos / aktuell Stand Mitte Februar 2026
11.02.2026

Automatismus als Welttechnik

Die Frottagen von Max Ernst erinnern uns daran, dass Kreativität aus Widerstand, Materialität und Unkontrollierbarkeit entsteht – nicht nur aus Optimierung. Der Automatismus (ecriture automatique), bei den Surrealisten noch Werkzeug der Befreiung des Unbewussten, erfährt im digitalen Raum eine paradigmatische Verschiebung: Was im historischen Surrealismus als Akt innerer Entgrenzung begann, wird im Neo-Surrealismus der digitalen Ästhetik zur externalisierten, algorithmischen Produktion von Kontingenz. Der Kontrollverlust, den die Surrealisten suchten, wird heute technisch erzeugt. Ein Vergleich zwischen Ernsts Frottagen und den generativen Arbeiten von Sofia Crespo und Refik Anadol macht deutlich, dass Fragen von Kontrolle und Kontingenz noch immer relevant sind. Crespos digitale Bio-Chimären sind das Ergebnis einer quasi autonom operierenden techno-materiellen Evolution. Bei Anadol fungieren Algorithmen als materialisierte Instanzen von Entscheidung, Vorhersage und Zufall – und damit als Fortführung surrealistischer Strategien des Unkontrollierten. Tatsächlich markieren diese KI-Arbeiten aber einen grundlegenden epistemischen Bruch: Im Neo-Surrealismus operieren Sensoren, Algorithmen und KI nicht mehr als Medien des Inneren, sondern als Instrumente zur Sichtbarmachung nicht-anthropozentrischer Realitäten. Ersetzt die Sichtbarmachung dieser Prozesse die surrealistische Erforschung des Unbewussten? Verschiebt sich der Automatismus von einer psychologischen zu einer ontologischen Methode der Welterschließung? Welche Rolle spielt die Kontrolle des Künstlers, wenn Algorithmen kontingente Formen generieren?
25.01.2026

Building Future

Vielen Dank den Kindern der Montessori-Klasse der Grundschule "Josef Bachlechner" in Bruneck für den wunderbaren Tag. Es hat sehr viel Spaß gemacht und wir haben gemeinsam sehr schöne Oktopusse gebastelt!
20.01.2026

FINALS EM1 Re-Inventing Europe - The Case of Sicily

Es gibt unterschiedliche politische, kulturelle und geopolitische Argumente dafür, dass Europa eine „Neu-Erfindung“ braucht – also eine grundlegende Erneuerung seiner politischen Vision, seiner Funktionsweise und seiner kulturellen Selbstbeschreibung. Tatsächlich wird Sizilien in manchen Analysen als ein möglicher Ausgangspunkt oder symbolischer Fokuspunkt dafür gesehen, Europa nicht von seinem Zentrum, sondern von der Peripherie her neu zu betrachten. Die Peripherie ist ein Seismograph: Migration ist dort Alltag, nicht lediglich Debatte. Energie ist ein Standorvorteil, nicht lediglich Modell. Der Klimawandel ist Realität, nicht einfach Prognose und die Außenpolitik Europas ist gelebte Nachbarschaft, nicht Strategiepapier. Wer Europa »neu erfinden« will, muss das dort tun, wo die Bruchlinien verlaufen. Eine neue Vision braucht Selbstvertrauen, kulturelle Energie und neue Narrative. Lösungsansätze, die dort funktionieren, könnten Modellcharakter für ganz Europa haben. Die Student:innen haben im WS 2025/26 mit ihren Entwürfen überzeugende Ansätze dafür gefunden.
09.01.2026

Shelter in Collapse / SE Theoretische Diskurse / Forschungsprojekt

Sechzig Jahre nach Reyner Banham’s Vorstellung der Environmental Bubble wird das Konzept zum analytischen Prisma für die aktuelle Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Mensch, Umwelt und Technik. Das Seminar untersucht Banhams utopische Vision eines technologisch erzeugten Mikroklimas – einer tragbaren, immateriellen Architektur – im Spannungsfeld globaler ökologischer Krisen, digitaler Vernetzung und posthumaner Lebensmodelle. Im Mittelpunkt stehen Fragen danach, wie Architektur jenseits physischer Form gedacht werden kann, welche politischen und energetischen Kosten Komfortzonen erzeugen und inwieweit sich Banhams radikale Verlagerung des Architektonischen auf Infrastruktur, Regelkreise und Atmosphären heute neu interpretieren lässt (Spekulatives Design, New Materialism, Post-Ökologie). Die Environmental Bubble dient dabei zugleich als Denkfigur, Kritikwerkzeug und spekulatives Szenario, um die Verschiebungen zwischen Autonomie und Abhängigkeit, Kontrolle und Verletzbarkeit sowie Körper, Umwelt und technischem Medienverbund sichtbar zu machen. Das Ziel ist der gemeinsame Entwurf einer Environment Bubble für die Gegenwart, der umgesetzt werden soll für eine Ausstellung im Herbst 2026.
08.01.2026

Captain Cooks letzte Reise - Eine surreale Geografie der KI-Welt

In ihrem Buch »Atlas of AI« zeigt Kate Crawford, wo und wie die KI auf dieser Welt gebaut wird. Die KI ist aber weit mehr als nur eine »materialisierte Globalität«, wie Crawford behauptet. Sie ist eine »surreale Geografie«, ein algorithmisch erzeugtes Traumfeld planetarischer Dimension, das Wahrnehmung, Psychopolitik und Materialität untrennbar verschränkt. Die Welt selbst ist zur Maschine geworden, die träumt - in Daten. Sie ist eine Surrealität fremdartiger Logik, die wir materiell produzieren. Aus dem »Traumraum« der Surrealisten ist eine digitale »Traum-Architektur« geworden, in der Algorithmen Wünsche antizipieren und Begehren berechnen. Die berühmte »Weltkarte« und die »Psychogeografie« der Surrealisten sind die Grundlagen dafür, um diese neue Realität zu begreifen und ihre globalen Kräfte mit Subjektivität zu verknüpfen. So entsteht eine Art »Proto-Archäologie« der algorithmischen Macht, für die der Autor Beispiele findet: In »Asunder« von Tega Brain, Julian Oliver und Bengt Sjölén schlüpft die KI in die Rolle eines fiktiven Umweltmanagers, der die Welt radikal umbaut. Das spekulative »Ecosystem of Excess« von Pinar Yoldaş spiegelt das Chaos des Anthropzäns wider und die surrealen Alternativwelten der »Objets-Monde« von Sabrina Ratté vollziehen das »dérive« der Surrealisten. Mika Rottenberg schließlich verfremdet mit ihrer »Antimatter Factory« Raum, Produktion, Materialität und Logik zu einer »Geografie des Unmöglichen», in der alles irgendwie unlogisch und surreal erscheint.
22.12.2025

Oktopus - Surrealismus in den Bergen

Ausstellung, Konzert, Performance, Vortrag und Workshop im ECK Museum of Art in Bruneck, Dez. 2024 - Jänner 2025
06.12.2025

Aufbau Ausstellung im Eck Museum of Art

Vielen Dank allen, die zum Gelingen beim Transport und Aufbau des Oktopus und der Ausstellung mitgeholfen haben: Matthias, Lukas, Tobias, Pascal, Sebastian, Leopold, Martin, Larissa, Eda und Angelika Hat alles sehr gut funktioniert, war eine super Aktion!! Zur Ausstellung sind natürlich alle herzlich eingeladen (bis Ende Jänner 2026)
02.12.2025

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