Zum Inhalt springen

Blog

Exkursion Sizilien _ Programm

Exkursion Sizilien vom 07.04-13.04. Programm und relevante Infos / aktuell Stand Mitte Februar 2026
11.02.2026

Automatismus als Welttechnik

Die Frottagen von Max Ernst erinnern uns daran, dass Kreativität aus Widerstand, Materialität und Unkontrollierbarkeit entsteht – nicht nur aus Optimierung. Der Automatismus (ecriture automatique), bei den Surrealisten noch Werkzeug der Befreiung des Unbewussten, erfährt im digitalen Raum eine paradigmatische Verschiebung: Was im historischen Surrealismus als Akt innerer Entgrenzung begann, wird im Neo-Surrealismus der digitalen Ästhetik zur externalisierten, algorithmischen Produktion von Kontingenz. Der Kontrollverlust, den die Surrealisten suchten, wird heute technisch erzeugt. Ein Vergleich zwischen Ernsts Frottagen und den generativen Arbeiten von Sofia Crespo und Refik Anadol macht deutlich, dass Fragen von Kontrolle und Kontingenz noch immer relevant sind. Crespos digitale Bio-Chimären sind das Ergebnis einer quasi autonom operierenden techno-materiellen Evolution. Bei Anadol fungieren Algorithmen als materialisierte Instanzen von Entscheidung, Vorhersage und Zufall – und damit als Fortführung surrealistischer Strategien des Unkontrollierten. Tatsächlich markieren diese KI-Arbeiten aber einen grundlegenden epistemischen Bruch: Im Neo-Surrealismus operieren Sensoren, Algorithmen und KI nicht mehr als Medien des Inneren, sondern als Instrumente zur Sichtbarmachung nicht-anthropozentrischer Realitäten. Ersetzt die Sichtbarmachung dieser Prozesse die surrealistische Erforschung des Unbewussten? Verschiebt sich der Automatismus von einer psychologischen zu einer ontologischen Methode der Welterschließung? Welche Rolle spielt die Kontrolle des Künstlers, wenn Algorithmen kontingente Formen generieren?
25.01.2026

Building Future

Vielen Dank den Kindern der Montessori-Klasse der Grundschule "Josef Bachlechner" in Bruneck für den wunderbaren Tag. Es hat sehr viel Spaß gemacht und wir haben gemeinsam sehr schöne Oktopusse gebastelt!
20.01.2026

FINALS EM1 Re-Inventing Europe - The Case of Sicily

Es gibt unterschiedliche politische, kulturelle und geopolitische Argumente dafür, dass Europa eine „Neu-Erfindung“ braucht – also eine grundlegende Erneuerung seiner politischen Vision, seiner Funktionsweise und seiner kulturellen Selbstbeschreibung. Tatsächlich wird Sizilien in manchen Analysen als ein möglicher Ausgangspunkt oder symbolischer Fokuspunkt dafür gesehen, Europa nicht von seinem Zentrum, sondern von der Peripherie her neu zu betrachten. Die Peripherie ist ein Seismograph: Migration ist dort Alltag, nicht lediglich Debatte. Energie ist ein Standorvorteil, nicht lediglich Modell. Der Klimawandel ist Realität, nicht einfach Prognose und die Außenpolitik Europas ist gelebte Nachbarschaft, nicht Strategiepapier. Wer Europa »neu erfinden« will, muss das dort tun, wo die Bruchlinien verlaufen. Eine neue Vision braucht Selbstvertrauen, kulturelle Energie und neue Narrative. Lösungsansätze, die dort funktionieren, könnten Modellcharakter für ganz Europa haben. Die Student:innen haben im WS 2025/26 mit ihren Entwürfen überzeugende Ansätze dafür gefunden.
09.01.2026

Shelter in Collapse / SE Theoretische Diskurse / Forschungsprojekt

Sechzig Jahre nach Reyner Banham’s Vorstellung der Environmental Bubble wird das Konzept zum analytischen Prisma für die aktuelle Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Mensch, Umwelt und Technik. Das Seminar untersucht Banhams utopische Vision eines technologisch erzeugten Mikroklimas – einer tragbaren, immateriellen Architektur – im Spannungsfeld globaler ökologischer Krisen, digitaler Vernetzung und posthumaner Lebensmodelle. Im Mittelpunkt stehen Fragen danach, wie Architektur jenseits physischer Form gedacht werden kann, welche politischen und energetischen Kosten Komfortzonen erzeugen und inwieweit sich Banhams radikale Verlagerung des Architektonischen auf Infrastruktur, Regelkreise und Atmosphären heute neu interpretieren lässt (Spekulatives Design, New Materialism, Post-Ökologie). Die Environmental Bubble dient dabei zugleich als Denkfigur, Kritikwerkzeug und spekulatives Szenario, um die Verschiebungen zwischen Autonomie und Abhängigkeit, Kontrolle und Verletzbarkeit sowie Körper, Umwelt und technischem Medienverbund sichtbar zu machen. Das Ziel ist der gemeinsame Entwurf einer Environment Bubble für die Gegenwart, der umgesetzt werden soll für eine Ausstellung im Herbst 2026.
08.01.2026

Captain Cooks letzte Reise - Eine surreale Geografie der KI-Welt

In ihrem Buch »Atlas of AI« zeigt Kate Crawford, wo und wie die KI auf dieser Welt gebaut wird. Die KI ist aber weit mehr als nur eine »materialisierte Globalität«, wie Crawford behauptet. Sie ist eine »surreale Geografie«, ein algorithmisch erzeugtes Traumfeld planetarischer Dimension, das Wahrnehmung, Psychopolitik und Materialität untrennbar verschränkt. Die Welt selbst ist zur Maschine geworden, die träumt - in Daten. Sie ist eine Surrealität fremdartiger Logik, die wir materiell produzieren. Aus dem »Traumraum« der Surrealisten ist eine digitale »Traum-Architektur« geworden, in der Algorithmen Wünsche antizipieren und Begehren berechnen. Die berühmte »Weltkarte« und die »Psychogeografie« der Surrealisten sind die Grundlagen dafür, um diese neue Realität zu begreifen und ihre globalen Kräfte mit Subjektivität zu verknüpfen. So entsteht eine Art »Proto-Archäologie« der algorithmischen Macht, für die der Autor Beispiele findet: In »Asunder« von Tega Brain, Julian Oliver und Bengt Sjölén schlüpft die KI in die Rolle eines fiktiven Umweltmanagers, der die Welt radikal umbaut. Das spekulative »Ecosystem of Excess« von Pinar Yoldaş spiegelt das Chaos des Anthropzäns wider und die surrealen Alternativwelten der »Objets-Monde« von Sabrina Ratté vollziehen das »dérive« der Surrealisten. Mika Rottenberg schließlich verfremdet mit ihrer »Antimatter Factory« Raum, Produktion, Materialität und Logik zu einer »Geografie des Unmöglichen», in der alles irgendwie unlogisch und surreal erscheint.
22.12.2025

Oktopus - Surrealismus in den Bergen

Ausstellung, Konzert, Performance, Vortrag und Workshop im ECK Museum of Art in Bruneck, Dez. 2024 - Jänner 2025
06.12.2025

Aufbau Ausstellung im Eck Museum of Art

Vielen Dank allen, die zum Gelingen beim Transport und Aufbau des Oktopus und der Ausstellung mitgeholfen haben: Matthias, Lukas, Tobias, Pascal, Sebastian, Leopold, Martin, Larissa, Eda und Angelika Hat alles sehr gut funktioniert, war eine super Aktion!! Zur Ausstellung sind natürlich alle herzlich eingeladen (bis Ende Jänner 2026)
02.12.2025

Exkursion SS 2026 Sizilien

Exkursion / Arbeitsbereich Architekturtheorie SS 2026, Begleitung Peter Volgger Vorbesprechung am 11.11.2025 um 16 Uhr, Foyer Baugeschichte
30.10.2025

365-Heustadel-Museum / Teil 2: Diagramm & Assemblage

Wie macht man aus den rund 350 weit verstreuten Heustadeln im Gschnitztal, die ein Relikt der Vergangenheit sind, ein neuartiges Museum? Eine Möglichkeit ist die Assemblage, auf die man in der Architektur häufig setzt, wenn es darum geht, etwas in der Zukunft fortzusetzen, ohne seine Identität zu verlieren. Mit ihr verbunden sind die Metaphern von Mosaik, Patchwork, Heterogenität, Fluidität und temporärer Konfiguration. Die Assemblage ist für unsere Zeit relevant, weil sie die vielfältigen Mixturen kultureller, technischer und sozialer Praktiken in den Fokus rückt, das Recycling des Bestandes und einen alternativen Begriff von Landschaft. Sie dechiffiert das Territorium und codiert es neu. Das ist wichtig, weil wir neue räumliche Bezüge brauchen und weil wir Narrative herstellen müssen, um unsere Welt weiter zu erzählen, zu verändern und zu gestalten. Ein Museum muss das können und nicht nur das Vorhandene abbilden. Im Falle der Heustadel ist das Vorhandene so unscheinbar, dass es von vielen gar nicht wahrgenommen wird. Einige Stadel sind neu, viele verfallen, weil sie nicht mehr gebraucht werden. Man kann aus ihnen Seismographen machen, in denen sich die Transformation der alpinen Landschaft spiegelt, aber auch Bausteine für die Zukunft. Weil die Heustadel leicht abgebaut und versetzt werden können, ermöglichen sie immer neue Konfigurationen. Das führt zum offenen und dynamischen Prozess der De- und Reterritorialisierung, der für ein Museum unüblich ist, weil es auf diese Weise das Territorium des »Hauses« verlässt und sich in steile Höhen vorwagt. Dann entsteht etwas in einem Raum, in dem man kein Museum erwarten würde. Schon gar keines, das neu ist, obwohl es gar nicht neu sein möchte ...
03.10.2025

Seite 1 von 4