»Das Rätsel des Isidore Ducasse«
Die Künstler des Surrealismus suchten nach alternativen Medien und künstlerischen Methoden, um die Fesseln von Logik und Rationalität zu sprengen. Sie nutzten neue Medien dafür, um ganz subjektiv aus den Sphären von Traum, Vision und Fantasie zu schöpfen. Heute sind die »surreal images« längst schon in der Welt der »bits and bytes« angekommen. KI-Künstler und Surrealisten teilen das Interesse für automatisierte Prozesse in der Medienproduktion. Bildverarbeitungsmodelle der KI erleben die Welt aber nicht so wie wir. Sie bilden eine verzerrte Version von ihr nach und erzeugen Bilder, die als »surreal« erscheinen. Die Trainingssets der künstlichen Intelligenz liefern beunruhigende Allegorien unserer Welt. Sie bestärken uns im Glauben, bestimmte neuartige Dinge könnten wirklich existieren, obwohl wir sie nicht sehen können, wie zB. maschinen-halluzinierte Bilder oder ganz andere Arten des Sehens mit Maschinen. Die Arbeit des bekannten KI-Künstlers Trevor Paglen dokumentiert, dass Abstraktion, Mystifizierung und Geheimnis auch in der KI-Welt integraler Bestandteil ist. Es gibt einen Grund, warum Daten und Datenverarbeitung nicht sichtbar sind.
Im Folgenden geht es darum zu zeigen, dass in den Arbeiten des Surrealisten Man Ray und des KI-Künstlers Trevor Paglen das »Rätsel« -Verbergen und Offenbaren - eine wichtige Rolle spielt iund was sich daraus für das Verhältnis von Kunst und KI ablesen lässt …