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The "Sensemaking Machine" is online!

»Sensemaking Machine«

Paranoia, Surrealismus & Künstliche Intelligenz

Der Paranoiker ist die paradigmatische Figur der Gegenwart. Er stellt Beziehungen her zwischen einem flüchtigen Blick und dem Weltganzen. Er findet Verknüpfungen dort, wo vorher keine waren. Das ist eine gute Definition für die paranoische Grundstimmung unserer Zeit, aber auch für die Künstliche Intelligenz, deren Bilder »schön sind, wie das zufällige Zusammentreffen einer Nähmaschine und eines Regenschirms auf einem Seziertisch«, so der berühmte Satz, den die Surrealisten so sehr liebten. Der Autor nimmt die im Internet kursierenden »surreal images« zum Anlass, um die unerwartete Nachbarschaft von Surrealismus und ökologischem Denken in den KI-generierten Bildern zu reflektieren. In diesen Bildern findet er nicht nur zentrale Konzepte und Techniken des Surrealismus, sondern auch eine »originale Syntax«. Jacques Lacan bezeichnet damit den Zusammenhang von Paranoia und Theorie, also eine ganz eigene Art der Herstellung von Wissen über die Welt, eine paranoischen Analytik, die kulturellen Vorurteile und Verzerrungen einer Gesellschaft beinhaltet, die sich selbst im Spiegel sieht. Wie entkommt man einer kritischen Praxis, die dem Verdacht eine methodologische Schlüsselrolle zugesteht? Der Autor findet in den Gedanken der Queerdenkerin Eve Kosofsky Sedgwick den Schlüssel für eine kritische Neubewertung unserer digitalen Kultur. Auf der Suche nach »reparativen Praktiken, die paranoide kritische Projekte durchdringen« (Sedgwick) öffnet er einen Raum, in dem wir uns von der festgefahrenen Frage ‹Ist KI Kunst und wie können wir das feststellen?› wegbewegen können, um uns einer anderen Fragen zu widmen: Was kann KI-Kunst?

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