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Lehre

822121 SL Cultural Studies WS 2026/27

T1 Einführung / T2 Grundlagen der Cultural Studies / T3 Individualisierung und Wohnen / T4 Die Kinder von Marx und Coca Cola / T5 Pradas neue Kleider / T6 Where the Wild Things are / T7 Europas Green Deal - Eine verhängnisvolle Affäre?/ T8 Living Landscape Museum / T9 The Sleeping Beauty / T10 Die Vermessung des öffentichen Raums T11 Tirol isch lei oans - Architektur und Landschaft / T12 Medien und Alpen / T13 Sensemaking Machine - Architektur, KI und Surrealimus / T14 Prüfungstermin
31.08.2026

Architecture of Care - Typologien für das gute Leben

Unsere Gegenwart leidet weniger an einem Mangel an Wissen als an einem Mangel an Sorge. Städte überhitzen, Landschaften verschwinden, Pflege fehlt. Sorge wird ausgelagert und unsichtbar. Zurück bleibt eine eigentümliche Wurstigkeit: Who cares? Ausgangspunkt sind Care Gaps: gesellschaftlich unterversorgte Bedürfnisse, die besonders in vernachlässigten Räumen – Leerständen, Brachen und ungenutzten Infrastrukturen – sichtbar werden. Die Auseinandersetzung mit zentralen Theorien der Sorge (Tronto, Winnicott, Kropotkin, Kosovsky Sedgwick, Foucault, Mouffe u.a.) bildet den begrifflichen Ausgangspunkt. Aus diesen Positionen tritt ein basso continuo hervor: Sorge ist nicht konfliktfrei. In Anlehnung an Keller Easterling verstehen wir Mikro-Infrastrukturen als räumliche Betriebssysteme. Als Interfaces der Sorge organisieren sie Beziehungen zwischen Menschen, Ressourcen, Räumen und Institutionen: Ein »Schwitzomat« kombiniert Sauna, Waschsalon und Energiezentrale. »Schlafhaltestellen« sind Nachtlager, Bushäuschen und Treffpunkte, die sich zu einem städtischen Netzwerk verbinden. Die »Pflege-Tankstelle« verbindet Fahrradservice, Gesundheitsvorsorge und Nachbarschaftsküche. Diese Mikro-Infrastrukturen besetzen Lücken, verknüpfen bestehende Systeme und setzen neue soziale Prozesse in Gang. Sie liefern keine Bilder eines bereits definierten guten Lebens. Architektur ist hier nicht die Form einer endgültigen Lösung, sondern Austragungsort einer gemeinsamen Sorgepraxis. Welche Typologien der Sorge müssen wir heute erfinden, damit morgen neue Räume des guten Lebens entstehen? Wie müssen wir sie verknüpfen zu funktionieren-den Netzwerken der Sorge?
25.08.2026

822136 PJ Entwerfen 3: WHO CARES? – Typologien für das gute Leben

Care ist überall – und dennoch architektonisch kaum sichtbar. Wir pflegen, teilen, trösten, reparieren, warten und hören zu. Doch wo kann man schlafen, ohne ein Hotel zu buchen? Allein sein, ohne einsam zu werden? Nichts leisten? Abkühlen, schweigen oder einfach Zeit verlieren? Who Cares? lädt Studierende dazu ein, neue Räume der Sorge zu entwerfen. Ausgangspunkt ist kein Gebäude, sondern ein gesellschaftlicher Mangel: Erschöpfung, Isolation, permanente Erreichbarkeit, fehlende Rückzugsorte oder ökologische Krisen. Daraus entstehen experimentelle Mikro-Typologien – Schlafhaltestellen, Klimaoasen, Bibliotheken der Einsamkeit, Häuser fürs Faulsein oder räumliche Erfindungen, für die es noch keinen Namen gibt. Das Entwerfen gliedert sich in drei Teile: Theorie: Gemeinsam lesen und diskutieren wir Byung-Chul Han, Eve Kosofsky Sedgwick, Hartmut Rosa, Richard Sennett, Peter Kropotkin und weitere Positionen zu Erschöpfung, Resonanz, Solidarität und gegenseitiger Hilfe. Entwurf: Die Studierenden übersetzen ein konkretes Care Gap in eine präzise räumliche Hypothese. Architektur soll die Widersprüche der Sorge nicht auflösen, sondern sichtbar und produktiv machen. Ausstellung: Die Projekte werden zu einer gemeinsamen räumlichen Erzählung verbunden und in Bruneck, Innsbruck und Wien präsentiert. In Zusammenarbeit mit externen Partnern (HTL, Berufsschule, Start-up) entsteht eine Installation, die Ausstellung als kollektiven Prozess des Entwerfens, Produzierens und Vermittelns versteht. Welche Räume braucht eine Gesellschaft, die Sorge nicht länger auslagert, sondern als gemeinsame kulturelle Praxis begreift?
13.08.2026

Shelter in Collapse - Theoretische Diskurse

Die „Environmental Bubble“ kristallisiert sich in den 1960er-Jahren als paradigmatischer Schnittpunkt von Medientheorie, Architektur, Kybernetik, Ökologie und Kunst heraus. Im Kontext von Raumfahrt und Systemdenken verschiebt sich Architektur – prominent bei Reyner Banham – von formaler Gestaltung hin zur Steuerung künstlicher Umwelten. Als aufblasbare, transparente Kunststoffhüllen fungieren Bubbles als temporäre, mobile Raumprothesen: Sie docken an bestehende Strukturen an oder werden körpernah getragen und erzeugen fragile Membranen zwischen Innen und Außen. Damit stehen sie im Umfeld experimenteller Architekturpraktiken, etwa von Haus-Rucker-Co, Ant Farm oder Archigram. Gesellschaftstheoretisch verweist die Bubble auf ambivalente Subjektivierungsformen zwischen Kontrolle und Abhängigkeit. Ökologisch markiert sie die Spannung zwischen technischer Klimatisierung und planetarer Vulnerabilität – pointiert im Kontrast zu Agnes Denes’ Projekt Wheatfield – A Confrontation. Materialtechnisch stehen Kunststoffe, Pneumatik und Infrastrukturen im Zentrum; künstlerisch wird die Bubble zum experimentellen Dispositiv, in dem Umwelt performativ erzeugt und kritisch reflektiert wird. Im 21. Jahrhundert lässt sich die Environmental Bubble neu fassen: nicht primär als isolierende Schutzhaut, sondern als sensitives, vernetztes System. Als „kritisches Interface“ könnte sie ökologische Kipppunkte sichtbar machen, Daten in atmosphärische Erfahrung übersetzen und kollektive Aushandlungsprozesse initiieren. Statt individueller Komfortzonen wären Bubbles als adaptive, gemeinschaftliche Infrastrukturen zu denken – offen, responsiv und auf Resilienz ausgerichtet. Ihr Potenzial liegt weniger in Abschottung als in der Gestaltung von Relationen: zwischen Körpern, Technologien und fragilen Ökosystemen.
20.02.2026

ENTWERFEN M1 ORGANISATION

Termine, Einteilung Gruppen, Unterlagen
02.10.2025

RE-INVENTING EUROPE - THE CASE OF SICILY / Entwerfen EM1 WS 2025/26

„Architecture is a political act, by nature“, sagt Lebbeus Woods. Sein Satz ist aktuell wie nie. Architektur ist politisch, sie muss sich politisch einmischen. In Zeiten großer Umbrüche kann Architektur Dialogräume schaffen, Menschen und Kollektiven eine Form der Repräsentation geben. Architektur läuft den politischen Diskussionen nicht hinten nach, sondern schafft aktiv einen politischen Raum, indem sie immer wieder neu definiert, was Veränderung bedeutet. Heute steht die Welt vor einem dramatischen Umbruch, eine neue Weltordnung nimmt zügig Gestalt an. Neue Ideen und Perspektiven sind gefragt, die uns in die Lage versetzen, angemessen und zeitnah auf die aktuellen Herausforderungen zu reagieren. Das Entwerfen konzentriert sich auf den Mittelmeerraum und hat das Ziel, eine Reihe geografischer und identitätsbezogener Realitäten zu hinterfragen, die weit über die Ränder dieses Raums hinausreichen. Im Mittelmeer treffen drei Kontinente – Europa, Asien, Afrika – aufeinander und beeinflussen sich wechselseitig. Heute spielen Nord-Süd-Konflikte, ein enormes Wohlstandsgefälle, die demografische Entwicklung, das Erstarken autoritärer Regime, bewaffnete Konfliktaustragungen im Osten des Mittelmeeres und beträchtliche Fluchtbewegungen zwischen Nordafrika, Nahost und Südeuropa eine große Rolle. Das Mittelmeer ist ein Hotspot des Klimawandels, der als Multiplikator komplexer Risiken wirkt, insbesondere für die Wasser- und Nahrungsversorgung.
18.08.2025

CULTURAL STUDIES WS 2025_26

T1 Einführung / T2 Positionen der Cultural Studies / T3 Die Kinder von Marx und Coca Cola / T4 Pradas neue Kleider / T5 KI und die Grundlagen der Gestalttheorie / T6 Where the Wild Things are / T7 Europas Green Deal - Eine verhängnisvolle Affäre?/ T8 The Sleeping Beauty / T9 Die Vermessung des öffentichen Raums / T10 Die Bewohner der transurbanen Archipele / T11 Tirol isch lei oans - Architektur und Landschaft / T12 Guattaris Fledermaus - Entwurf einer Ökologie der Sorge / T13 Sensemaking Machine - Architektur, KI und Surrealimus / T14 Scotty, beam me up! Architektur und Körper
18.08.2025

Entwerfen EM2: ORBITAL SS 2025

Gregor Friedrich vn Drygalski: Pointcloud Habitat
29.06.2025

Entwerfen EM2 ORBITAL SS 2025

Magdalena Benedetti: Empty Space
29.06.2025

Entwerfen M2: ORBITAL SS 2025

Samaneh Aslani: Gebärende Felder
27.06.2025

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