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Entwerfen M2: ORBITAL SS 2025

Samaneh Aslani

Gebärende Felder

Die „Gebärenden Felder" von Samaneh Aslani sind ein kritischer Kom­mentar auf die „Superstructure" von Superstudio, einem der wenigen ikonischen Architekturbüros, die für Furore sorgten, ohne jemals gebaut zu haben. Sie schlugen Ideen wie Anti-Design oder Anti-Architektur vor und kommentierten damit die soziale und politische Dynamik ihrer Zeit. Dem Bedürfnis nach einzigartigen Objekten setzten sie ein einfaches schwarz-weißes Rastersystem entgegen als Symbol für den gleichbe­rechtigten Zugang zu wichtigen Ressourcen und Technologien. Die „Ge­bärenden Felder" sind nicht mehr so abstrakt und auch nicht so naiv wie ihr Vorbild, sondern eine Form, die Begehren, Fantasie und Fetischas­pekte mit aufnimmt. Und ein existenzielles Moment. Jede Insel inmitten der Superstruktur erzeugt ein eigenes Narrativ: Der goldene „Baum des Lebens" aus Kabeln, das verkabelte Mädchen oder die Kuh im gläser­nen Stahlgerüst, die an Damian Hirst erinnert. All diese Elemente ver­weisen auf eine Welt, in der gilt: Sein heißt Verbunden-Sein. So entsteht eine Welt, die das Wohnen ganz ohne Wände territorialisiert und damit - anders als bei Superstudio - keinen Raum der Freiheit entwirft, son­dern einen, der ungreifbar zwischen Utopie und Dystopie oszilliert.