Samaneh Aslani
Gebärende Felder
Die „Gebärenden Felder" von Samaneh Aslani sind ein kritischer Kommentar auf die „Superstructure" von Superstudio, einem der wenigen ikonischen Architekturbüros, die für Furore sorgten, ohne jemals gebaut zu haben. Sie schlugen Ideen wie Anti-Design oder Anti-Architektur vor und kommentierten damit die soziale und politische Dynamik ihrer Zeit. Dem Bedürfnis nach einzigartigen Objekten setzten sie ein einfaches schwarz-weißes Rastersystem entgegen als Symbol für den gleichberechtigten Zugang zu wichtigen Ressourcen und Technologien. Die „Gebärenden Felder" sind nicht mehr so abstrakt und auch nicht so naiv wie ihr Vorbild, sondern eine Form, die Begehren, Fantasie und Fetischaspekte mit aufnimmt. Und ein existenzielles Moment. Jede Insel inmitten der Superstruktur erzeugt ein eigenes Narrativ: Der goldene „Baum des Lebens" aus Kabeln, das verkabelte Mädchen oder die Kuh im gläsernen Stahlgerüst, die an Damian Hirst erinnert. All diese Elemente verweisen auf eine Welt, in der gilt: Sein heißt Verbunden-Sein. So entsteht eine Welt, die das Wohnen ganz ohne Wände territorialisiert und damit - anders als bei Superstudio - keinen Raum der Freiheit entwirft, sondern einen, der ungreifbar zwischen Utopie und Dystopie oszilliert.