Magdalena Bendetti
Empty Space
Architektur kann gesellschaftliche Entwicklungen hervorheben und hinterfragen. Sie kann Aussagen in überspitzter Form unmittelbar kommunizieren. Sie kann kulturelle, ökonomische und politische Mechanismen im Kern beleuchten. Und das genau macht Magdalena Benedetti mit ihrer Arbeit. Sie liefert aber keine explizite Aussage, die man gegenständlich identifizieren könnte, sondern setzt in die Mitte ihres Projekts einen leeren Raum. Dadurch entsteht ein kalkulierter Bruch zum Rest des Bildes, das wie ein Wimmelbild eine unüberschaubare Fülle suggeriert. Die „leere Mitte" ist das Bild einer Gesellschaft, die um ihre Identität ringt. Vorbilder dafür findet sie bei Piranesi, Cedric Price und Ledoux. Magdalena gibt ihrem Projekt eine besondere Bedeutung, indem sie die leere Mitte aus einer zerbrochenen Form generiert, die fragil ist und gestützt werden muss. Sie hält den Zeitpunkt fest, als die Bewohner der Struktur ihren Zustand gerade gesichert haben. Das Projekt ensteht mehr aus dem Chaos wie aus der Ordnung. Es ist wie ein großes Fragezeichen: Wie geht es weiter? Was bedeutet es, diese Welt zu „bewohnen"?